Windenergie
in Eberdingen

Auf der Fläche LB-11 prüft Eberdingen den Bau mehrerer Windenergieanlagen.
Diese Seite begleitet den Prozess transparent — von den Hintergründen über den Standort bis zu häufig gestellten Fragen.

Hintergrundinformationen

Warum Eberdingen jetzt über Windenergie spricht

Ein Überblick über die rechtlichen Vorgaben, die regionale Planung und die Rolle, die die Gemeinde selbst einnehmen möchte.

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VORRANGGEBIETE AUF GEMARKUNG
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MINDESTABSTAND ZUR WOHNBEBAUUNG
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PLANUNG & GENEHMIGUNG IN BW (DURCHSCHNITT)
Rechtliche Vorgaben

Der Bund hat beschlossen, dass 2 % der Bundesflächen für Windenergie ausgewiesen werden sollen; für Bawü bedeutet das, dass 1,8 % der Landesflächen bis 2032 für die Windenergie bereitgestellt werden müssen  (siehe auch das „Gesetz zur Erhöhung und Beschleunigung des Ausbaus von Windenergieanlagen“). Die Regionalverbände (für Eberdingen der Verband Region Stuttgart) haben bis Ende 2025 nach verschiedenen Kriterien Flächen ausfindig gemacht, die sich für Windenergie eignen und auf denen Windenergieanlagen gebaut werden können und dürfen (siehe auch das Kapitel „Standort“). Auf dem Gebiet der Gemeinde Eberdingen gibt es auch Flächen, die sich gut für Windenergie eignen. Diese Flächen sind teilweise in Gemeindebesitz und teilweise in Privatbesitz.

Die Rolle der Gemeinde

In vielen Regionen Deutschlands haben Firmen bereits angefangen, Flächen für Windenergie aufzukaufen und hier Windenergieanlagen einzuplanen, deren Rendite in privatwirtschaftlichen Unternehmen bleibt. Daher hatte auch die Gemeinde Eberdingen Handlungsdruck, zu reagieren. Denn: Die Gemeinde möchte gern selbst die Steuerung in der Hand behalten. Zunächst hat der Gemeinderat Eberdingen vor diesem Hintergrund 2025 beschlossen, dass die Gemeinde sich um das Nutzungsrecht an den Grundstücken der privaten Flächen, die sich für Windenergie eignen, bemüht. Diskutiert hat der Gemeinderat, dass auf diese Weise der Ortsfrieden gewahrt werden kann: Die Gemeinde bietet den Grundstückseigentümern gute, gleiche und faire Konditionen an.

Zudem hat der Gemeinderat die Gründung einer Projektgesellschaft, einer GmbH & Co.KG, vorberaten. Die Projektgesellschaft soll dann die Projektierung übernehmen können. Ziel der Projektierung ist u. a. die Prüfung der Wirtschaftlichkeit, die Klärung der Fragen für die Genehmigung und die Einholung der notwendigen Gutachten. Hierzu ist die Gemeinde derzeit im Austausch und in der Klärung. Erst nach Gründung der Projektgesellschaft kann eine Projektierung erfolgen.

Es gibt auch einige Vorteile, wenn die Gemeinde die Windenergieanlagen selbst betreibt oder ihre Flächen für die Nutzung verpachtet, zum Beispiel Pachteinnahmen und Gewerbesteuereinnahmen. Diese wiederum kommen der ganzen Gemeinde Eberdingen zugute. (Siehe auch Wissenswertes „Welche Vorteile hat die Gemeinde von den Windrädern? Was sind die Auswirkungen für den Eberdinger Haushalt?“).

Aktuelles

Derzeit ist die Gemeinde noch mit der Flächensicherung beschäftigt. Aktuelle Informationen hierzu finden Sie je nach Projektfortschritt unter „Aktuelles“. Parallel hat der Gemeinderat aber auch beschlossen, dass er die Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Ausgestaltung der Windenergieanlagen miteinbeziehen möchte. Daher ist eine Bürgerwerkstatt im September 2026 geplant, in der zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger, Vertreter des Gemeinderates und weitere Perspektiven zusammenkommen. Sie diskutieren über verschiedene Details zur Ausgestaltung der Windenergieanlagen, beispielsweise die Verwendung der Pacht oder die Standorte. Die Ergebnisse der Bürgerwerkstatt werden dem Gemeinderat im Herbst 2026 übergeben. Zudem findet am 20. Oktober eine öffentliche Informationsveranstaltung zur Windenergie in Eberdingen statt, bei der die Möglichkeit besteht, mit verschiedenen fachlichen Ansprechpersonen in den Austausch zu kommen. Nachfolgend wird der Gemeinderat weitere Entscheidungen treffen.

Standort

Die Flächen LB-05, LB-07 und LB-11

Kartenausschnitt Regionalplan: Vorranggebiete LB-07 und LB-09 auf Eberdinger Gemarkung
Ausschnitt: Regionalplan Teilfortschreibung Windenergie, Teilgebiet Landkreis Ludwigsburg — Gebietskulisse gemäß Satzungsbeschluss vom 03.12.2025. © Verband Region Stuttgart 2025.
Geplantes Vorranggebiet (VRG) Hervorhebung mit Gebietsbezeichnung

Bei der Suche nach passenden Flächen hat der Verband Region Stuttgart verschiedene Kriterien geprüft. Zunächst die Grundvoraussetzung: Es muss genug Wind wehen. Außerdem gibt es eine Reihe von Ausschlussgründen – also Bereiche, die von vornherein nicht infrage kommen. Dazu zählen zum Beispiel bewohnte Gebäude im Außenbereich, Belange der Bundeswehr und Luftfahrtbeschränkungen. Auch Flächen, die Ortschaften zu sehr einkreisen würden, wurden ausgeschlossen. Naturschutzgebiete und Mindestabstände zur Wohnbebauung spielten ebenfalls eine Rolle.

Auf dem Gemeindegebiet Eberdingen wurden auf dieser Grundlage Flächen gefunden, die gut für Windenergie geeignet sind. Ein Teil davon gehört der Gemeinde, ein anderer Teil ist in Privatbesitz. Das hat Auswirkungen auf den weiteren Prozess: Bei Flächen in Gemeindebesitz kann die Gemeinde direkt entscheiden, wie sie genutzt werden. Bei Privatflächen bemüht sich die Gemeinde derzeit um den Flächenerwerb und ist dazu in der Abstimmung mit den Eigentümern.

Auf der nachfolgenden Karte können Sie sich die Flächen genauer ansehen, auf denen nach Prüfung durch den Regionalverband Stuttgart Windenergie möglich ist. Die aktuellen Überlegungen der Gemeinde Eberdingen, den Bau von Windenergieanlagen zu prüfen, beziehen sich allein auf die Fläche LB-11. Wo genau und wie viele Windräder schlussendlich auf dem Gebiet LB-11 der Gemeinde gebaut werden, ist noch offen.

Projektzeitplan

Was ist bisher passiert?

Projektzeitplan

Wie geht es weiter?

Umliegende Planungen

Eberdingen plant nicht isoliert

Der Regionalplan weist im Verband Region Stuttgart weit über zwanzig Vorranggebiete im Landkreis Ludwigsburg aus. In direkter Nachbarschaft zu Eberdingen liegen unter anderem LB-04, LB-07 und LB-08 auf Gemarkung Schwieberdingen/Ditzingen/Hemmingen sowie LB-09 und LB-12 auf der Gemarkung Vaihingen an der Enz. Zudem liegt ein Vorranggebiet des Regionalverbandes Nordschwarzwald, W13, mit der Stadt Mühlacker in räumlicher Nähe zu Eberdingen.

Die Gemeinde steht dazu im Austausch mit den Nachbarkommunen.

Weitere Informationen zu LB-07 und LB-08 finden Sie auch auf folgender Homepage: https://www.uhl-windkraft.de/wp-hemmingen/ 

Kartenausschnitt: Vorranggebiete in Eberdingen und den umliegenden Gemeinden
Ausschnitt: Regionalplan Teilfortschreibung Windenergie, Teilgebiet Landkreis Ludwigsburg. © Verband Region Stuttgart 2025.
Wissenschaftliche Begleituntersuchung

Regionale Alltags-Datenerhebung zu Infra- und Umgebungs-Schall (RADIUS) Studie

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Arbeitsgruppe Neuronale Plastizität
Physikalisch-Technische Bundesanstalt, Fachbereich Schall und Nachwuchsgruppe Infraschall
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Institut für Umweltneurowissenschaften

Wir untersuchen, wie Geräusche und Lärm im Alltag – insbesondere von Windkraftanlagen – unser Wohlbefinden beeinflussen.

Worum geht es?

Geräusche und Lärm begleiten uns täglich: von Verkehr über Musik bis hin zu Meeresrauschen. Bei der Betrachtung von Geräuschen und Lärm unterscheiden wir verschiedene Arten von Schall nach seinem Frequenzbereich:

Hörschall: Frequenzen über 20 Hz, die wir im klassischen Sinne hören.
Infraschall: Frequenzen unter 20 Hz, die oft unhörbar sind, jedoch manchmal als Vibration oder Dröhnen wahrgenommen werden. Sie können z. B. vom Straßenverkehr oder dem Wind verursacht werden.

Wir möchten besser verstehen, ob und inwiefern verschiedene Arten von Schall das Wohlbefinden der Menschen im Alltag beeinflussen, insbesondere der durch Windkraftanlagen verursachte und gesellschaftlich vieldiskutierte Infraschallanteil. Diesem Thema möchten wir durch gezielte, realitätsnahe Messungen auf den Grund gehen.

Was ist diesmal anders?

Viele bisher durchgeführte Studien umfassen nur Laborbedingungen oder sehr kurze Testzeiträume.
Mit RADIUS werden Daten direkt im alltäglichen Umfeld über einen längeren Zeitraum erfasst – für ein realistisches Bild. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekommen Messgeräte, um Schall und physiologische Daten direkt an der Person zu erfassen. Spezielle Befragungssequenzen liefern die Möglichkeit emotionale und körperliche Momentanzustände zu erfassen.

Was soll erreicht werden?

Wir möchten herausfinden, ob wir (im gesamten Ensemble) systematische Zusammenhangsmuster zwischen:

  • Objektiver (Infra-)Schallbelastung
  • Berichteter Schallbelastung durch WKAs/ sonstige Lärmeinwirkungen
  • Berichteten Zuständen (Schlafqualität, Stimmung, körperlichem Befinden)
  • Gemessenen Zuständen (Herzrate, elektrodermale Aktivität)

finden können.
Das Projekt liefert wertvolle Erkenntnisse für Wissenschaft und Gesellschaft und hilft außerdem Gesundheit und Lebensqualität im Zusammenhang mit Geräuschen, Lärm und Infraschallemissionen besser zu verstehen.

Weitere Informationen

https://www.ptb.de/cms/ptb/fachabteilungen/abt1/fb-16.html